Wieder was gelernt

Am letzten Samstag ging es für die dritte Männer zum nächsten Auswärtsspieltag. Dieser sollte ein besonderer werden. Und das hatte mehrere Gründe.


1. Es ist für mich schon besonders wenn es zum Auswärtsspieltag eine kürzere Anfahrt ist als zum Heimspiel. Nun ist aber die Halle der Sportfreunde am Wiesenweg deutlich dichter für mich als unsere heimische Dreifelderhalle am Marienberg.
2. Da es gegen den SFB 2 und gegen Oranienburg ging, stand für uns das nächste Derby auf dem Plan. Das erste hatten wir beim Spieltag drei Wochen zuvor 3:1 gewonnen und gegen Oranienburg recht klar das Nachsehen. Somit wollten wir also Revanche.
3. Erst nachdem wir nach schon besagter langer Anreise in der Halle ankamen, erfuhren wir, dass es keine Revanche an diesem Tag geben wird, da Oranienburg abgesagt hat und somit nur ein Spiel stattfinden wird. Auf meine Frage an Dani Hüttig (die Trainerin der Gastgeber) wie wir das mit dem Schiedsgericht handhaben wollen meinte sie zum mir, dass Oranienburg mit ein paar Leuten trotzdem nach BRB kommt um das Schiedsgericht zu stellen. Fand ich zu dem Zeitpunkt noch echt gut und anerkennenswert. Diese Meinung änderte sich aber im laufe des Spieles, das mag aber auch subjektiv sein.
4. Und viertens und letztens hatte sich Basti Pfeiffer Tags zuvor angeboten, uns als Coach zu unterstützen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür. Das war auch nur möglich, weil die erste Männer ihren Spieltag gesundheitsbedingt absagen musste.
Nun aber zum Spiel.
Wir waren mit dem gleichen Kader am Start wie den Spieltag zuvor, nur dass wir mit Karl Selent noch einen weiteren Jugendspieler erstmals dabei hatten. Los ging es also (mit 20minütiger Verspätung, denn das Schiedsgericht kam leider nicht pünktlich) mit André im Zuspiel, Karl Rusch und Flo auf Außen, Jochen und Sebastian auf Mitte und Gordian diagonal. Nachdem wir den Satzbeginn wieder mal verschlafen hatten, lagen wir mit 8:12 hinten. Glücklicherweise fingen wir uns, nachdem Basti eine Auszeit nahm und arbeiteten uns Stück für Stück ran, bis wir bei 16:16 aufschließen. Bis zum Satzende lief es dann besser und wir konnten den ersten Durchgang mit 25:23 für uns verbuchen.
Den zweiten Durchgang begannen wir wie den ersten, nur dass Felix für Basti auf Mitte zum Einsatz kommen sollte. Dass das einem Missverständnis geschuldet war, erfuhr ich erst später. Basti hatte vorher Felix gefragt was er spielen kann und irgendwie kam bei ihm Mitte an. Nun ja, zu Beginn des Satzes lief es so lala, bis zum 14:14 ging es hin und her. Leider zog dann er SFB auf 20:14 davon, die Annahme klappte bei uns nicht und auch der Angriff war wenig erfolgreich. Mist, schon war Durchgang zwei mit 17:25 deutlich verloren.
Also Mund abwischen und dann eben im dritten Satz zeigen was in uns steckt. Dieses Mal mit Karl Selent und Basti auf Mitte, André Zuspiel, Flo und Jochen auf außen. Damit konnten wir die Annahme deutlich stabilisieren. Trotzdem ging es bis zum 15:16 wieder hin und her. Erst als Jochen fünfmal servieren durfte, zogen wir davon und stellten die Weichen für den 25:18 Satzerfolg. Gut, ersten Punkt eingefahren, nun auf zum vierten Satz und damit damit die anvisierte Maximalausbeute von drei Punkten einfahren.
Aber dieses Unterfangen war viel schwieriger als erwartet. Da André nach dem dritten Satz über Krämpfe klagte, musste wir umstellen. Flo war auf einmal Zuspieler, Karl R. und Jochen Aussen, Karl S. und Basti Mitte und ich Dia. Ohne die Leistung des Gegners schmälern zu wollen hatten wir das ein oder andere mal das Gefühl gegen acht statt gegen sechs zu spielen. Manche Regelauslegungen waren schon mehr als fragwürdig. Wie auch immer, bis zur Satzmitte ging es und wir waren auf Augenhöhe, dann aber führten mehrere strittige Entscheidungen dazu, dass der Gegner davon zog. Auch meine - wie ich finde höflichen - Bitten um Regelerläuterungen wurden regelmäßig abgebügelt. Aber immerhin bat mich der Schiri zu ihm, um mir mitzuteilen dass sich unserer Coach doch gefälligst in der Coachingzone aufzuhalten habe. Zugegeben - Basti stand tatsächlich einen Schritt hinter der Grundlinie. Aber tut denn das Not? Ich empfand das als mehr als kleinlich - es sollte aber noch besser kommen. Jedenfalls führte das dazu dass unsere Jungs zusehends verunsichert agierten. In der Konsequenz war der vierte Satz mit 17:25 verloren und auch die erhofften drei Punkte futsch.
Also wieder mal Tie Break. Zumindest von dieser Warte ging ich zuversichtlich an den Entscheidungssatz, schließlich mussten wir in der Saison bereits dreimal in den fünften Satz und haben den jeweils siegreich beenden können. Los ging’s wieder mit Flo im Zuspiel, Jochen und Felix außen, Basti und Karl S. Mitte sowie ich Dia. Auch im Tie Break ging es so weiter wie die vier Sätze zuvor. Positiv für mich war, dass ich vom Schiri noch was lernen konnte. Als ich beim Stand von 4:7 zum Bock beordert wurde, durfte ich mir eine Gelbe abholen. Wegen Verzögerung. Weil ich beim Schiedsrichter stand hatte ich das Spiel verzögert und das musste mit Gelb geahndet werden.  Das war mir neu und ich einigermaßen fassungslos.
Zum Glück (für unser Spiel, für mich und vielleicht auch für den Schiri) machte unser Coach einen klugen Wechsel. Er brachte, als ich zum Aufschlag musste, André für mich. Dank des schnellen Tapens von Regina, die in der Satzpause von der Zuschauerin zur Mannschaftsärztin umfunktioniert wurde ging es bei André wieder. Mit sieben Aufschlägen nacheinander konnten er das Ruder herumreißen. Aus 4:8 Rückstand zum Seitenwechsel wurde die 11:8 Führung und die Weichen für den späteren Sieg waren gestellt. Ich durfte dann auch wieder rein, nachdem ich mich etwas beruhigt hatte. Dass wir bei 14:12 zwei Matchbälle vergaben war unnötig, aber letztendlich war dann bei 17:15 der etwas glücklichen Sieg unser.

Was nehmen wir aus dem Spiel mit?

1. Wir müssen weiter an uns arbeiten, cleverer werden und mehr aus unseren Möglichkeiten machen.
2. Weiterhin haben wir mit Karl S. einen weiteren jungen Spieler dazugewonnen, der uns auf mehreren Positionen helfen kann und gut ins Team passt.
3. Das in der Saison von André schon mehrfach angesprochene Problem eines fehlenden zweiten Zuspielers hat sich - wenn auch unfreiwillig - erst einmal erledigt. Flo hat wie ich finde seine Sache großartig gemacht und sollte auch im Training weiter das Zuspiel üben.
4. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein so schlechter Schiedsrichter bin. Dass ich nach 21 Jahren (solange habe ich nun schon die C) noch so viel lernen kann - Chapeau.
5. Abschließend möchte ich mich bei meinem Team entschuldigen. Man will natürlich Vorbild sein und gerade auch den Jugendspielern gegenüber den respektvollen Umgang mit dem Schiedsgericht vorleben. Das ist mir in dem Spiel leider aus besagten Gründen nicht immer gelungen. Sorry Jungs!

Euer Gordian

Es spielten:
Andre Maier, Florian Schwarzkose, Sebastian Hellwin, Jochen Kurz, Felix Schendel, Karl Selent, Mathias Stimming, Karl und Gordian Rusch

Ergebnis:
VCB III – Sportfreunde Brandenburg II 3:2 (25:23; 17:25; 25:19; 17:25; 17:15)
Spiel gegen VSV Havel Oranienburg nicht ausgetragen

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