Leicht lädiert doch gut gestimmt

Am Samstag fanden wir uns zu unserem zweiten (und diesmal richtigem) Heimspiel in der heimischen Marienberghalle ein. Im ersten Spiel des Tages trafen wie gewohnt zunächst die Gäste aufeinander. Es spielten also der Kremmener SV (6.) gegen den VSV Havel Oranienburg (3.). Schon nach dem ersten gespielten Ball war klar, dass dies ein Spiel auf Augenhöhe werden würde und wir „freuten“ uns auf ein langes Spiel, das wir „schiedsen“ durften.


Erst im dritten Satz schafften es die Oranienburger eine klare Linie zu spielen und setzten sich 3:1 durch (KSV-VSV 27:25, 25:27, 21:25, 21:25). Nun galt es also uns auf unser Spiel vorzubereiten und das Training der letzten Wochen in Leistung umzusetzen. Leider mussten wir schon von Anfang an auf unsere Star-Mitte Mickel verzichten, denn der alte Mann war beim Training am Vortag von einer Hexe geschossen worden, hatte sich aber zur Halle geschleppt, um uns als Co-Trainer von der Bank aus zu unterstützen. Das Spiel fing, wie auch nicht anders zu erwarten mit einer Schwächephase an, sodass wir erst einmal einen 4:14 Rückstand gegen uns hatten, bevor wir endlich ins Spiel fanden. Wir kämpften uns dann aber zum Satzende bis zu einem 22:25 wieder ran und konnten dabei mit einer guten Annahme und schönen Spielzügen glänzen. Im zweiten Satz knüpften wir an die guten Leistungen des ersten Satzes an, spielten einen guten Ball und erkämpften uns am Anfang sogar eine Führung, mussten uns dann aber den erfahrenen Gegnern geschlagen geben (18:25). Mit dem Satzball konnten die Gegner dann außerdem unseren Spieler-Trainer ausschalten, indem sie Norman abschossen, von dem der Ball dann Martin ins Gesicht flog. Dieser musste daraufhin den Großteil des nächsten Satzes aussetzen, hatte er doch einen blutigen Cut an der Nase und ein stark gerötetes Auge davongetragen. Es wurde klar, dass wir Kremmen an diesem Tag nicht schlagen würden, doch das war uns egal, denn wir hatten Spaß am Spiel und ließen uns den auch nicht nehmen (14:25). Nach dem Spiel gingen wir trotz 0:3-Niederlage optimistisch in die Pause, denn wir hatten gezeigt, dass wir an diesem Tag gut drauf waren und wollten die älteren Oranienburger über die Physis kriegen. Wir stärkten uns also am heimischen Buffet (während Kremmen das eigene von Oma mitgebrachte Buffet auspackte) und bereiteten uns mental auf das zweite Spiel vor.
Im ersten Satz gegen Oranienburg hatten wir schöne, lange Ballwechsel dabei und konnten auch gut dagegenhalten, bevor dann kurz vor Ende des Satzes der große Schock kam:
Unser Zuspieler Andi war von einem Angriffsschlag am Finger getroffen worden und krümmte sich am Boden, Blut floss auf den Hallenboden. Nach einigen schreckhaften Momenten gab er dann die „Entwarnung“, es war nur der Fingernagel der einmal komplett abgeknickt worden war. Andi gab sich also einen Ruck und klappte den Nagel wieder in Normalstellung, doch es war klar, dass er an diesem Tag nicht mehr zuspielen würde. Es wurde also gewechselt und unser Dia, Norman, spielte für den Rest des Satzes zu (15:25). Für Satz 2 hieß es dann zu überlegen, wer die Zuspieler-Position besetzen sollte, denn auch unser zweiter Zuspieler, Philipp fiel aus, hatten wir ihn doch zum wiederholten Male als Libero eingesetzt. Die Wahl fiel zunächst auf Martin, doch schon nach wenigen gespielten Punkten änderte sich das und wir spielten einen Doppelläufer mit Norman und Martin im Zuspiel. Es war jedoch klar, dass niemand Andi ersetzen konnte. Die beiden gaben sich alle Mühe und spielten gut zu, aber wir waren einfach nicht aufeinander eingespielt und auch das Spielsystem war für uns ungewohnt. So gaben wir also auch diesen Satz ab (11:25). In Satz 3 stellte dann Co-Trainer Mickel Link dann die Aufstellung wieder um und setzte Norman als festen Zuspieler ein und schob Sven dafür von Mitte auf Dia. Dadurch verdunkelte sich die Seite des Gegners, denn wenn diese beiden Riesen, Henryk und Sven, im Block standen, fischten sie auch mal gebaggerte Dankebälle vom Himmel.
In diesem dritten Satz musste sich dann aber leider auch unser Zuspieler-Libero Philipp von seinem Traum verabschieden einmal Kinder zu haben, traf ihn doch ein Ball an der wohl denkbar unglücklichsten Stelle, sodass er mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht in die Auszeit humpeln musste. Auch wenn dieser Satz besser lief, zeigte sich dies nicht im Ergebnis (12:25) und wir mussten den Gegner nach drei gespielten Sätzen abklatschen. Damit war der Spieltag beendet und wieder einmal standen wir ohne Punktgewinn da.
Allerdings fassten wir später am Abend, bei teambildenden Maßnahmen im Herzschlag zusammen: Die Annahme, die bisher immer der Punctus Cnactus unseres Spiels gewesen war, klappte fast immer, es gab lange, ausgeglichene Ballwechsel und wir hatten richtig Spaß am Spiel. Gerade wenn es gegen die in der Tabelle etwas näher angesiedelten Mannschaften geht können wir an die guten Leistungen dieses Spieltages anknüpfen, um endlich aus dem Tabellenkeller zu kriechen.
(Claudius Alert)

Es spielten:
Martin Brauschweig, Andreas Meier, Norman Michaelis, Sebastian Helwin, Felix Schendel, Sven Iverson, Henryk Leue, Claudius Alert, Philipp Wiedenhöft

Ergebnisse:
KSV – VSV: 1:3 (27:25, 25:27, 21:25, 21:25)
VCB III – KSV: 0:3 (22:25, 18:25, 14:25)
VCB III – VSV: 0:3 (15:25, 11:25, 12:25)