GO HARD OR GO HOME

...zum Glück waren wir schon zu Hause in Branne, also blieb uns das erspart. Am Sonntag ereignete sich ein kleines Trauerspiel für die zweite Frauenmannschaft des VC Blau-Weiß Brandenburg. Motiviert und vermutlich viel zu aufgeregt, da ein Heimspieltag auf dem Plan stand, fanden wir uns alle in der Marienberghalle um 8.30 Uhr zusammen ein.


Nachdem alles aufgebaut wurde, nahmen wir unsere Plätze als Schiedsgericht an und froren uns für die nächste Stunde den Hintern ab, da gefühlte Minusgrade in der Halle herrschten (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl, lieber Hallenwart). Vielleicht lag es aber auch an der eisigen Stimmung zwischen SG Zepernick und dem SFB Brandenburg, die sich ein eindeutiges Match (für Zepernick 3:0) lieferten.
Die Leistung der beiden Mannschaften ließ uns große Töne spucken, da die Performance auf dem Feld bisher nicht viel versprach. Nach dem Warmmachen und Einspielen ging es für den 6er der letzten zwei Spieltage ans Netz. Der Gegner: Zepernick, TABELLENFÜHRER! Junge, junge, was haben wir uns noch drüber unterhalten, wie das passieren konnte, dass sie auf den 1.Platz gerutscht sind. Zack die Bohne, hat nicht lange gedauert, da haben wir den 1.Satz zu 17 abgegeben. Die Abwehr stand hinten unsicher und durch viele Aufschlagfehler wurden Punkte verschenkt. Im 2.Satz wurde der 6er dann etwas gewechselt, aber auch dieser Zug von Trainer Grawe versprach nicht viel Besserung, da weiterhin viele Unsicherheiten auftraten und die Punkte auf der anderen Seite geholt wurden. Und somit hatten wir den Salat. Es stand im Satzverhältnis 2:0. Und ja Freunde, ich kann euch sagen, das war schon etwas deprimierend, wenn man zuvor außerhalb des Feldes noch große Klappe hatte und dann so abgenatzt wird. Den dritten Satz gaben wir mit noch weniger Punkte ab – die Stimmung war im Keller, im sehr tiefgelegten Keller.
„Bringt ja jetzt alles nichts“, „Nächstes Spiel Mädels“, „Kopf hoch“, „Lächel doch mal, Maxi“. – Ähm, zum Lächeln war mir da nicht so zu Mute, aber es stand das nächste Spiel an gegen unseren Brandenburg-Rivalen, dem SFB Brandenburg. Hach, das schaffen wir doch mit links, dachte sich die 2.Frauenmannschaft. Aber der Sonntag stand ganz im Sinne des voreiligen Urteilens und dass man das besser lassen sollte. Das erste Spiel war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das wir mit 28:26 für uns bestimmen konnten. Es war die nötige Energie im Spiel und alle hatten Bock zu gewinnen und den Sieg für sich zu entscheiden. Im 2.Satz haben wir alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann, wenn man sich bei einem Punktestand von 14:5 (für UNS) abzocken lässt. Hallo Mädels, wo waren wir da eigentlich alle? Mit den Gedanken bei der Salamistulle zum Abendbrot oder bei einer Netflixserie im Bett? Wir gaben den Satz berechtigterweise dann zu 22 an den SFB ab. Wirklich blöd gelaufen! Den dritten Satz entschieden wir wieder deutlich klarer für uns, auch wenn der Schiedsrichter von Zepernick ihren C-Schein im Bauernhof gemacht hat – so wirklich Ahnung von den Regeln hatte sie nicht. Nächstes Mal biete ich ihr an, den Lehrgang doch bei uns in Brandenburg zu machen, damit sie mal richtig zuhört und aufpasst. Nach kleinen Diskussionen und Rangeleien mit dem bestinformiertesten Schiri („Der 2. Schiri darf alles pfeifen, was ich gepfiffen haben“ – ja ooooooooookay, lassen wir mal so stehen), bestritten wir den vierten Satz, um das Spiel endlich zu beenden. Den Plan haben wir natürlich wieder ohne unsere Konzentration gemacht, denn die hat sich kurzerhand mal verabschiedet. Also verloren wir den Satz und gingen ins Tiebreak. Neeee, hatten ja alle recht, dass noch nichts verloren war, aber 3 Punkte konnten wir auch nicht mehr gewinnen. Im 5.Satz wurden sich immer abwechselnd die Punkte hin und hergeworfen, bis der SFB den Satz am Ende zu machte.
Zusammenfassend kann man unsere Fehler deutlich an den Aufschlägen festmachen, die meistens im AUS landeten. Das ist wirklich ärgerlich und schade, weil das die leichtesten Punkte sind, die man gegen eine Mannschaft machen kann, die nicht annehmen kann. Unsere Annahme stand dafür hinten relativ konstant. Im Angriff gab es zu viele Situationen, in denen man sich nicht durchsetzen konnte. Und diese zweiten Bälle – zum Brechen, sag ich euch. Die würde man dem Gegner am liebsten gegen das Bein schießen. Achnee, das Schießen lassen wir besser, denn damit hat unser Käpt’n das letzte Mal schlechte Erfahrungen gemacht, als sie den Ball dem Gegner ins Gesicht schoss. Was sind wir auch für Amateure manchmal - aber liebe, nette Amateure!
Also hat am heutigen Sonntagabend jeder nochmal Grund bockig zu sein, ins Kopfkissen zu heulen und sich die Schokolade nur so rein zu stopfen. Ab Dienstag muss das abgehakt und im Training wieder alles gegeben werden. Man wird nur besser, wenn man trainiert und dran bleibt und das ist unser Ziel. Wir wollen die Liga halten und wollen der Relegation auch schleunigst aus dem Weg gehen. Außerdem will ich da Geburtstagsfrühstück machen, würde also eh nicht gehen mit der blöden Relegation!
So Freunde der Sonne, danke, dass Ihr uns beim Heimspieltag unterstützt habt und so zahlreich erschienen seid, aber vielleicht ist es besser, den nächsten Heimspieltag ohne unsere Fans zu verbringen – ihr bringt uns völlig aus dem Konzept und macht uns ganz wuschig vor Aufregung! 😀

(Maxi Teicher)

Es spielten:
Katja Förster, Luisa Flasch, Claudia Geißler, Linda Höft, Meike Ilgner, Joyce Jöchen, Isabel Schattauer, Emilia Schwichtenberg, Franziska Seide, Josefine Seide, Claudia Stimming, Maxi Teicher, Elena Wegener

Es betreute:
Matthias Grawe

Ergebnisse:
VCB II – SG Zepernick 0:3 (17:25; 21:25; 15:25)
VCB II – SFB (28:26; 22:25; 25:19; 20:25; 12:15)