Der wichtige Punkt!

Laut der Werbung verleiht ein allseits bekanntes Softgetränk Getränk Flügel. Wir hätten am Sonntag gerne Flügel gehabt, mussten aber feststellen, dass ein Volleyballspiel ohne genug Spritzigkeit, ohne personelle Vielfalt und ohne genügend Schlaf, sich eher anfühlt als ob man mit zu kleinem Reserverad Auto fährt. Ja, man kommt irgendwie ans Ziel aber das sieht mitunter nicht schön aus.


Aber fangen wir ganz vorne an. Der Sonntag startete für uns um 7:30 Uhr am HBF in Brandenburg. Nicht weniger motiviert, aber leider leicht dezimiert, starteten wir die Mission Elsterwerda. Nach einem kurzen Zwischenstopp im „malerischen“ Jüterbog, wo wir uns mit Diagonalangreifer Derik verstärkten, ging es mit 7 Feldspielern und einem auszeitfordernden Bankbewacher ins südliche Brandenburg. Angekommen stellte uns Elsterwerda vor geografische Herausforderungen. Wir standen an der richtigen Adresse vor der falschen Halle. Ja, man kann unter einer Adresse, zwei Sporthallen betreiben auch wenn diese 200 Meter entfernt voneinander sind. Kann man machen, muss man aber nicht. Einige von uns versuchten, den richtigen Spielort ausfindig zu machen, andere erwärmten sich Leistungssportler gerecht unter Zuhilfenahme eines Tennisballs und wieder andere endeckten wie schön es sein kann auf Bäume (natürlich, um nach dem Gegner Ausschau zu halten) zu klettern. In der richtigen Halle angekommen und immer noch voll im Zeitplan hieß der erste Gegner HSV Cottbus. Gleich im ersten Satz wollte uns Cottbus zeigen, dass an diesem Tag nicht viel zu holen sein würde für uns. Leider mussten wir auch den ersten Satz mit 20:25 an den Gegner abgeben. Wir ließen uns aber davon nicht einschüchtern und zeigten in den zwei folgenden Sätzen ganz klar, warum man immer mit uns rechnen musste. Durch clevere Angriffe, Druck im Aufschlag und super Abwehraktionen gelang es uns Cottbus Paroli zu bieten und die folgenden zwei Sätze 26:24 und 25:21 für uns zu sichern. Leider konnten wir in Satz 4 nicht über den kompletten Satz dieses Niveau halten und mussten uns 22:25 geschlagen geben. Tie-Break! Wir wollten diese 2 Punkte und zeigten auch eine engagierte Leistung aber Cottbus konnte seinen Schwung aus Satz 4 mitnehmen und sicherte sich den 3:2 Sieg durch ein 15:10.
Kleines Intermezzo: durch diesen einen, gewonnenen Punkt sicherten wir uns den definitiven Klassenerhalt und können nun im letzten Spiel völlig befreit aufspielen.
Spiel zwei dieses Tages folgte gleich im Anschluss gegen den Gastgeber Elsterwerdaer SV. Der Aussage einer an dieser Stelle nicht genannten Quelle nach, war ein 3:0 oder 0:3 alternativlos. Und wie jeder gute Sportler folgten leider auch wir dieser Aussage blind. Zwar zeigten wir zwischendurch immer wieder, dass wir ohne große Magie mithalten können aber am Ende reichte einfach unsere Kraft nicht aus, den entscheidenden „Schritt“ zu gehen. So verloren wir 0:3 nach Sätzen (18:25 / 25:27 / 16:25).
Das dritte Spiel des Tages verfolgten wir von den unterschiedlichsten Schiedsrichterpositionen aus und als wenn eine 2-stündige Reise nach Elsterwerda an einem Sonntag nicht genug wäre, lieferten sich Cottbus und Elsterwerda einen Kampf um jeden Punkt. Nach gut zwei Stunden Spielzeit konnte sich Cottbus 3:2 durchsetzen (25:18 / 23:25 / 25:22 / 23:25 / 15:8).

Gestärkt durch den sicheren Klassenerhalt, traten wir die Rückreise an, unterbrochen nur von einem kurzen Stopp im „malerisch-nächtlichen“ Jüterbog um unseren Diagonalangreifer Derik abzusetzen.
Ja, wir hätten ein paar Flügel und besonders etwas Energie gut gebrauchen können. Wir haben trotzdem unser Minimalziel erreicht und können stolz sein, auch nächste Saison fester Bestandteil der Brandenburgliga, immerhin der härtesten Liga der Welt, zu sein.

Torsten Maskus

Es spielten:
Niklas Altmann, Derik Freese, Jannes Fröhlich, Marcel Gumnior, Oliver Kausmann, Justus Neu, Tim Ullrich

Ergebnisse:
VCB I – HSV Cottbus 2:3 (20:25; 26:24; 25:21; 22:25; 10:15)
VCB I – Elsterwerdaer SV 0:3 (18:25; 25:27; 16:25)