Von Brot und Stulle

Auf die Folter muss ich ja niemanden mehr spannen. ...Wir sind Spitzenreiter! Jawoll!!! Nach dem Spieltag, mit entsprechender Assi-Hopse unsererseits und einem noch irre langem Derby der beiden Potsdamer Mannschaften, rieben wir verbal wohl jedem Reisenden im RE1 die Tabelle der Brandenburgliga unter die Nase. Spitzenreiter! Man, war das ein schönes Gefühl.


Acht Stunden vorher hätte man wahrscheinlich von uns 10 Angereisten mindestens 12 Meinungen mit anschließender Revidierung selbiger erfassen können, so unsicher waren die Selbsteinschätzungen und die der Gegner. War aber auch eine krasse Konstellation - Ab- und Aufsteiger plus DIE GESTANDENE GRÖSsE der Brandenburgliga. Beim Absteiger, dem USV I, traf man unerwartet auf gleich 2 ehemalige Akteure des VC Brandenburg, korrekterweise vom VfB Blau-Weiß, also lange her. Krauti und Matze Grohs wollten uns, natürlich sportlich, in die Saisonstart-Suppe spucken. Zum Spiel an sich gibt es nicht viel zu sagen.
Wir erwischten keinen Sahnetag, soviel steht fest. Manchmal behäbig und mit einigen Fehlern in der Abstimmung, waren wir zwar nicht immer sofort auf Höhe, holten aber meist zum Schluss der Sätze die Kohlen aus dem Feuer. Auch die obligatorisch-provozierenden Sprüche der USV II - Abordnung G.Meyer, bei denen ich mir immer noch nicht sicher bin, ob er uns oder „seine“ Erste anfeuerte, konnten an der letztendlich verdienten Niederlage gegen den VCB nichts ändern und schon hatten wir voll gepunktet!
Der SC Potsdam wollte es nun besser machen. Als Aufsteiger, der den Titel Einschlagweltmeister klar für sich entscheiden konnte, erwiesen sich die Jungs im Spiel als nicht unschlagbar. Trotzdem konnten wir den erhofften Schwung aus der Endphase des ersten Spiels überhaupt nicht aufs Parkett bringen. Lethargisch spielten wir mit, ohne zu überzeugen und schon stand es 0:1. war eine ganz komische Stimmung, die den Namen nicht verdient, auf dem Feld.
Im Vorfeld noch vor den großen Spielern gewarnt, bekamen wir die „Kleinen“ überhaupt nicht in den Griff. Ein ums andere Mal verblüfften sie unseren Block und die Abwehr.
Dem Trainer blieb nicht weiter übrig, als das Wort „Verantwortung“ in all seinen Facetten gebetsmühlenartig über uns zu ergießen.
Beispiel? - „Jeder hier muss jetzt in seinem Bereich VERANTWORTUNG übernehmen. Deshalb heißt das VERANTWORTUNGSbereich. VERANTWORTUNG für sich und seine Mitspieler! “... usw. Als dann von ihm noch gefordert wurde, uns „von den Potsdamern hier nicht die Stulle vom Brot nehmen zu lassen“ reichte es!  Das wollten wir nicht auf uns sitzen lassen. Die Stulle vom Brot...😕 wo kommen wir denn da hin ?! So nicht!!!!!
Aus Empörung, oder Angst vor weiteren so krass-bedenklichen Aussagen, packte es uns und Potsdam holte im Zweiten bei 16:22 gegen uns keinen einzigen Punkt mehr. Ausgleich 1:1 und die Stulle blieb auf dem Brot, oder umgekehrt.‍‍ 😉 Gab uns der Husarenstreich Sicherheit? Nicht wirklich. Erst als Tim der Aufforderung, nicht immer mit 100 km/h zu spielen, sondern auch in der richtigen Situation das Spiel ruhiger zu gestalten, quasi am Berufsverkehr teilzunehmen, nachkam, lief das Spiel unsererseits wieder in den richtigen Bahnen. Nur im letzten Satz ließen wir den SC II, wie übrigens auch den USV I , kurz an Punkte schnuppern. Mehr aber auch nicht. Zwei Spiele gewonnen und dank 2-Dreier der vorläufige Tabellenführer. hach Potsdam, war schön mit und bei Dir. Was für eine offene Stadt.
Offene Stadt - dieser Begriff kommt übrigens aus dem militärischen Bereich und beschreibt eine Stadt, die man ohne Gegenwehr übernehmen kann 🙂
Ganz ohne war es ehrlicherweise zwar nicht, aber die Punkte haben wir geholt! Auswärts! Außerdem wollte ich hier schon immer mal mein bei „Dlf Kultur“ erlangtes Wissen anbringen. Des Weiteren wird der vorhin kurz erwähnte USV II als dritte Potsdamer Mannschaft der Brandenburgliga sicherlich etwas gegen das „offene Potsdam“ haben.
Aber hey, GOLM ... ist das überhaupt Potsdam? Es wurde zwar 2003 nach Potsdam eingemeindet, dass aber unter Protest. Denn die Mehrheit der Einwohner und der Gemeinderat befürworteten den Anschluss an ….. und jetzt haltet euch fest: Werder (Havel). Das kann man doch nicht ernst nehmen 😉 Wer da?😀
Mannschaftsfazit:

Diesmal reichte eine durchschnittliche Leistung und es gibt mit Sicherheit Luft nach oben. Sicherlich waren die anderen Mannschaften in dieser Phase der Saison noch nicht eingegroovt und somit kein Gradmesser für die Spielzeit. Aber wir haben erst einmal unsere Hausaufgaben erledigt. Mit quasi nur Abgängen (Marten, Jochen, Timur) und 2 „Neuzugängen“ auf dem Papier (Marcel, Gustav) war das nicht unbedingt zu erwarten. Wir sind gespannt und genießen mal den Platz an der Sonne. MVP war Derik für mich, der als junger Heißsporn erst mal draußen „schmoren“ musste. Als er dann aber reinkam, machte er unaufgeregt sein Job und war sofort da. Auch der obligatorische Einbruch im 2. Spiel blieb aus. Daher bekommt er diesmal meine Stimme.
Dank an unseren Fanblock Davis (verletzt) und Marcus (ver..heiratet), die in der altehrwürdigen Halle auf der Tribüne mitfieberten. Dank an Matze, der trotz Verletzung zum Schreiben/Tippen noch nach Potsdam aufbrach.

Bis demnächst
Euer Quoten-Senior Guido

Spieler:
Jannes Fröhlich, Rico Puppich, Niklas Altmann, Oliver Kausmann, Paul Rossek, Derik Freese, Guido Stobbe, Tim Ullrich, Justus Neu, Gustav Braunschweig

Trainer:
Torsten Maskus

Ergebnisse:
Der aufmerksame Leser wird merken, dass die Satzstände exakt übereinstimmen. Nur in der Reihenfolge haben wir in den Spielen variiert 😂

VCB I - USV Potsdam I 3:1 (25:21; 25:22; 20:25; 26:24)
VCB I - SC Potsdam. II 3:1 (20:25; 25:22; 25:21; 26:24)

 

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