Olympisch faul oder den Schnitt versaut

Da war er nun, der letzte Spieltag der Saison. Für uns galt es, den sportlichen Gedanken aufrecht zu erhalten und im Sinne des Fairplays anzutreten. Denn in diesem Jahr ging es mal so um gar nichts mehr. In der Tabelle war für uns, nach den Ergebnissen der letzten 2 Spieltagen, der Weg nach oben zu und nach unten war man safe.


Einzig Spremberg wäre bei positiver Gestaltung ihres Heimspieltages noch zu einem Überholmanöver in der Lage gewesen.
Na dann….
Sonntag! Schönes Wetter! Ihr wisst Bescheid. Selbst bei den Volleyball-Verrücktesten unter Euch schlägt da die Spiellust in Routine um. Aber immerhin ging es ja zum Spitzenspieltag nach Zossen, wo der designierte Landesmeister Schulzendorf und eben jener Gastgeber wartete, der mit einer filmreifen Aprilscherz-Posse, die sich dann alles andere als Selbige entpuppte, uns doch noch mal etwas aus den Letargiemodus holte.
Im Spiel 1 durften wir der diesjährig mit Abstand stärksten Mannschaft unsere Aufwartung machen. Schulzendorf, wie immer mit einem 14er Spielerkader plus 2 Staffmitglieder zahlenmäßig unserem 12er +3 in der Vorhand, wusste zunächst damit nichts anzufangen.
Im späteren Facebook-Post stand zwar, dass man uns, ebenso wie Zossen, aus der Halle geschossen hat, vergaß aber zu erwähnen, dass wir Ihnen erst mal zeigen mussten, wohin und auf wen sie zielen sollten. Denn nur durch die Koordinaten aus Satz 1 (25:21 für uns), konnten sie uns im Anschluss mit 1:3 versenken …. um im Militärjargon zu bleiben.
Ok, Parallelen zum letzten Paralleluniversums- Wochenende (siehe Beitrag vom 01.04.) waren mahnend zu erkennen.
Es gab aber noch 4 Anreize, das letzte Spiel der Saison siegreich zu beenden.
1. Wir wollen eigentlich immer gewinnen, gewinnen macht Spaß und Laune
2. Wir wollen dem Paralleluniversum ein Schnippchen schlagen
3. Wir wollen alle 3 Saisonspiele gegen Zossen gewinnen
4. Wir wollen eine ausgeglichene Spielbilanz aufweisen (12 Siege zu 12 Niederlagen)

Rückblickend erinnerte mich das Spiel an einen Spruch, den ich irgendwann mal gelesen hab: „Wenn Faulheit eine olympische Disziplin wäre, wäre ich vierter. Damit ich nicht aufs Treppchen steigen muss!“ Nun schaut mal auf die Tabelle! Gaaaaaanz genau, 4. Platz. Merkt ihr auch, oder?! Mit 2:3 ergatterten wir noch einen Punkt, um diesen Spruch nicht ad absurdum zu führen, obwohl Spremberg zwar ihre Spiele gewannen, aber nur 4 Punkte dafür einheimsten. Was fangen wir also damit an? Mit diesen letzten Spielen und der Saison? Zu den Spielen kann man sagen, dass sich die Leistungskurven der letzten Trainingseinheiten auf die Spieltage übertragen hat. Der letzte Biss hat gefehlt und wir haben uns damit um eine bessere Platzierung und somit um die Relegation zur Regionalliga gebracht.
Kann man deshalb von einer verlorenen Saison sprechen? Mitnichten!
Wir haben mit dem 4. Platz unser zweitbestes Ergebnis in der Brandenburgliga eingefahren, was in Anbetracht der letzten Fast-Abstiegs-Saison hervorragend ist.
Haben wir die letzte Saison noch als Findungsphase zwischen Jugend und Alter benötigt, hat diesmal vieles gepasst. Das Miteinander hat gestimmt und bis auf die körperliche Empfindsamkeit unserer Rookies, war es ein Vergnügen, Teil dieser Mannschaft zu sein. Diese Saison wird uns guttun, um höhere Ziele zu verfolgen.
Und es gab wenige Saisons in der langen Brandenburgliga-Geschichte, wo wir nur deshalb gespannt auf die Ergebnisse geschaut haben, um die Fahrtwege der nächsten Spielzeit zu erörtern.
Und so wäre es nach kurzer Enttäuschung und dem Spiel eine Saison gewesen, die es würdig war, gefeiert zu werden. Wenn es nicht…..SONNTAG gewesen wäre.
Lieber Verband. Sonntagsspiele im Erwachsenenbereich braucht kein Mensch. Und schon gar nicht am letzten Spieltag der Saison.
Sicherlich habt Ihr Gründe oä. um diese zu rechtfertigen. Ist mir wurscht. Ihr habt alle Mannschaften um einen würdigen Saisonabschluss gebracht, den man bei Erfolg/Aufstieg feiern oder bei Niederlagen/Abstieg ertränken hätte können. Schade drum.
Gratulation an den SV Schulzendorf zum verdienten Meistertitel und viel Spaß und Erfolg eine Klasse höher. Ich hab gehört, dass ihr alle den Montag frei genommen habt, um am Sonntag noch den Drachen steigen zu lassen?! Wenn ihr es richtig gemacht habt, seid ihr heute erst wieder ansprechbar.😉
Für Zossen viel Glück in der Relegation, obwohl der kurze Anreiseweg für einen Verbleib in der Brandenburgliga sprechen würde. 😉
Traurig stimmt mich der Abschied von Schöneiche III und Werder. Kurze Wege und Freunde der Volleyballfamilie fallen hier weg. Viel Glück auf eurem Weg.😢

Mit dem Aufsteiger Elsterwerdaer SV freuen wir uns auf alte Bekannte und beim SC Potsdam III auf kurze Wege.🙂
Das war es auch schon für heute. Ach nein, was vergessen. Der Spieltag hat keinen Spieler hervorgebracht, den ich hervorheben möchte. Da aber Saisonende ist, gebe ich meinen M.V.P. der Saison bekannt:

JANNES!
Für mich hat er den größten Sprung in seiner Entwicklung gemacht, obwohl die Leistung schon vorher ziemlich hoch war. Trainingsfleißig, beständigster Spieler bei Punktspielen, für mich der beste Libero der Brandenburgliga und dennoch universal einsetzbar. Auch vereinsübergreifend wurden seine Leistungen gelobt und gewürdigt.
Glückwunsch Jannes für diese Ehrung ohne Preis.😀 Falls es andere Vorschläge gibt zur Wahl unseres M.V.P. postet diese fleißig. Bleibt uns gewogen, Danke fürs Lesen und das Interesse, vielleicht sieht man den einen oder anderen noch beim Pokal im Mai. Mit Schreiben war es das erstmal, muss ab jetzt die Daumen für unsere 2. Mannschaften in der Relegation drücken.

Euer Guido

Es spielten:
Niklas Altmann – Derik Freese – Jannes Matheo Fröhlich – Matthias Grawe – Oliver Kausmann – Jochen Kurz – Justus Neu – Rico Puppich – Tim Reger – Paul Rossek – Guido Stobbe – Tim Ullrich

Es fehlten:
Marten Richter - Gustav Braunschweig

Staff:
Sebastian Pfeiffer - Davis Niendorf - Bodo Pfeiffer

Gefährt:
Bus geliehen bei der Autohaus Schulz Brandenburg GmbH
Auto gekauft bei der Autohaus Schulz Brandenburg GmbH

Ergebnisse:
VCB I - SV Schulzendorf 1:3 (25:21; 16:25; 21:25)
VCB I - MSV Zossen 07 2:3 (25:23; 20:25; 25:18; 23:25; 9:15)