Pokal hat seine eigenen Gesetze

Es wird mühselig Leute! „Nichts ist wie es mal war“, „VCB erfindet sich neu“ oder „Hauptsache anders“ waren die Schlagzeilen in meinem Kopf, die ich vor meinem literarischen Auge noch am Samstagmorgen sah. All meine Sinne wollten sich auf Das konzentrieren, was wir diesmal anders gemacht haben.


Ich wollte derjenige sein, der den Grund für das Neue, den Umschwung als erster erfasst und selbigen hinausposaunt.
Stattdessen gibt es seit Samstagabend in Brandenburg mal wieder nichts Neues. Normalerweise, sagt Wikipedia, folgt auf jeden Zeitpunkt der Gegenwart unumkehrbar ein Zeitpunkt in der Zukunft…..so weit so gut. Alle Ereignisse passieren nacheinander und kausal….ok, gespeichert. Es sei denn...und jetzt kommt es… man befindet sich in einer Zeitschleife! Da ist die Richtung des Zeitstrahls so gebogen, dass er sich mit einem Punkt in der Vergangenheit oder Zukunft kreuzt. Zukunft? Das ich nicht lache. Schön wärs. VERGANGENHEIT ist hier das Hauptwort.
Womit wir wieder zum Anfang meines Textes kommen. Was würdet ihr denn schreiben, wenn sich ständig alles wiederholt? Wird doch auch für Euch Leser / -innen / d. / langweilig, momentan immer eine Blaupause des vorherigen Spieltages zu lesen. Nach einem Spieltag in dieser Saison traue ich mich ja kaum noch nach Hause. Mit Grauen erwarte ich die Frage meiner Frau: „Na, wie habt ihr gespielt?“. Noch bevor ich Luft zum Antworten hole und eventuell mein Standardtext „in kurzen Hosen, außer Justus, Tim und Derik“ loswerden kann, sagt sie schon, leicht verschmitzt lächelnd und augenverdrehend: „Nein warte, lass mich raten….. ein Spiel gewonnen und eins verloren“. Rums! Wie gern würde ich ihr widersprechen (was nie eine gute Idee ist) und das Gegenteil entgegnen. Nur ist das mit dem Wollen und Können so eine Sache, wie man das auch bei uns in der Ersten sehen kann, und mir bleibt nur noch übrig, ihre Weitsicht zu loben. Ich hab’s manchmal auch nicht leicht. Na dann hier also wieder der unvermeidliche Ablauf des Geschehens.
Mit Werder und Schöneiche III kamen zwei Mannschaften zu uns, die tabellarisch in unseren Regionen rangierten und als lösbare Aufgaben hinsichtlich der Begradigung des Zeitstrahls galten. Nach dem Spiel unserer Gäste gegeneinander, welches die Randberliner nach einem 0:2 gegen die Randpotsdamer noch drehten, erhärteten sich die „neuen“ Überschriften (siehe oben) bei mir. Trotzdem waren wir gewarnt, punkteten doch beide Gegner in der Vergangenheit häufig dann und gegen Mannschaften, wo man es am wenigsten erwartete. An Zeitschleifen ist ja nicht alles schlecht. Diese zu ändern muss ja auch nicht immer positiv sein.
In Unserer ist der Anfang, Spiel 1 immer zu gewinnen, keine schlechte Ausgangsposition. Von daher war der Sieg gegen den Werderaner VV in einem eher lauen Spiel schon mal eine gute Richtung. Durch die spätere Einwechslung von Oliver, der mit guten Lösungen in allen Situationen agierte und einigen Roskower Respektschellen von Justus auf Mitte, zogen wir Werder dann endgültig im vierten Satz den Zahn und waren erst einmal im Soll!
Schöneiche, die sich im Vorfeld schon nach unserem allseits bekannten Buffet erkundigten (vielen Dank an dieser Stelle an Helfer und Macher) und wahrscheinlich nur deshalb in unüblich großer Manpower bei uns aufschlugen, sollte dann eigentlich unser Wendepunkt der Saison werden. Sollte!….werden!…. gute Absichten hin oder her, Umsetzen ist das A und O. Und es sah bei einer 2:0-Führung auch danach aus. Zwei gleichwertige Mannschaften an diesem Tag, was nicht wirklich ein Kompliment sein soll, konnten hüben wie drüben nicht wirklich überzeugen, was die Satzstände auch bezeugen. Knackpunkt war dann wohl Satz 3, den wir nicht zumachten und das Spiel unerklärlich noch mit 2:3 abgaben.
Unglaublich! Ich hätte vieles, nicht alles, aber wirklich vieles verwettet, dass wir das Ding machen. Aber das ist Volleyball. Wähnten wir uns nach der Vorrunde im Landespokal mit ZWEI SIEGEN AM STÜCK endlich auf der anderen Schiene der Geschichte, muss man letztendlich konsterniert feststellen: Liga ist Liga und Pokal…(siehe Überschrift) Anerkennenswerter Weise darf man die Ruhe und Abgeklärtheit der Schöneicher würdigen, die in beiden Spielen einen 0:2-Rückstand immer noch umbiegen konnten. Ein kleines Trostpflaster ist der Umstand, dass wir diesmal 4 statt der üblichen 3 Punkte holen konnten, was uns nur am ersten Spieltag in Wriezen gelang und der Sprung auf Tabellenplatz 4 der Brandenburgliga.
Schon an diesem Sonntag können wir im nächsten Heimspiel alles daran setzen, in späteren Geschichtsschreibungen nicht unter den Aufzählungen „Edge of Tommorow“, „Looper“, „Déjà Vu“, „Happy Deathday“ oder „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit dem Titel „The Season 18/19 VCB-1. Men‘s Team“ zu gelangen.
Und ich könnte endlich zu Hause mal widersprechen…. wenn das kein Anreiz ist! Wenn es wieder nicht klappt, was keine Option ist, muss ich den lieben Volleyballgott, angelehnt an eine Szene von Phil (Bill Murray) aus „...täglich grüßt das Murmeltier“, mal anfunken: „Hast Du nicht irgendeine Leitung, die Du für Notfälle oder Prominente freihältst ? Ich bin beides, ich bin ein Prominenter in einer Notlage.“…… na ja, jedenfalls letzteres stimmt.

Euer Guido

Es spielten:
Niklas Altmann – Derik Freese – Jannes Matheo Fröhlich – Oliver Kausmann – Jochen Kurz – Justus Neu - Rico Puppich – Tim Reger – Marten Richter – Paul Rossek – Guido Stobbe – Tim Ullrich

Trainer: Sebastian Pfeiffer
Statistiker/ Rekonvaleszent / Unterstützer: Davis Niendorf

Ergebnisse:
VCB I – Werderaner VV 3:1 (22:25; 25:20; 25:21; 25:16)
VCB I – TSGL Schöneiche III 2:3 (25:20; 26:24; 23:25; 18:25; 12:15)